Mohammad wünscht sich seine Brüder herbei

Im März 2018 konnte der kleine Mohammad gemeinsam mit seinen Eltern nach Deutschland einreisen und endlich den großen Bruder wiedersehen, der als 12-Jähriger allein die Flucht gewagt hatte. Die beiden anderen Brüder musste die Familie bei Nachbarn in einem irakischen Flüchtlingslager zurücklassen. Ermöglicht wurde Mohammads Einreise durch die Bürgschaft eines Verpflichtungsgebers – und durch viele Spenden an die Thüringer Flüchtlingspaten Syrien e.V., mit denen sein Lebensunterhalt für die nächsten fünf Jahre gesichert ist. Da das Thüringer Landesaufnahmeprogramm zum legalen Nachzug von nahen Angehörigen aus Syrien möglicherweise nur noch bis Ende des Jahres 2018 läuft, genießen die beiden zurückgebliebenen Kinder derzeit für die Thüringer Flüchtlingspaten Syrien e.V. höchste Priorität. Wie Sie konkret helfen können, steht im aktuellen Spendenaufruf.

Sommerliches Miteinander

Der „Lange Abend der Musik“ hat in Schöngleina Tradition: Schon zum zehnten Mal lud die evangelische Kirchgemeinde für den 1. September zu diesem Fest mit wohltätigem Zweck ein. Für die Kinder gab es ein Figurentheater zu sehen, für die Erwachsenen viel Musik zu hören. Der Eintritt war frei, um Spenden wurde gebeten. Gesammelt wurde nicht nur für die Thüringer Flüchtlingspaten, sondern auch für einen Behindertenverband im rumänischen Ploiesti, den kirchennahe Akteure in der Region seit über 20 Jahren unterstützen. Daneben veranstalteten die Thüringer Flüchtlingspaten eine Tombola, für die viele Geschäfte in Jena großzügig Preise gespendet hatten: allen Stiftern ein herzliches Dankeschön! Fast 2200 Euro kamen durch die rund 200 Besucherinnen und Besucher, die diese tolle Veranstaltung genießen durften, zusammen.

Familienintegration

Fluchtgeschichten können gut ausgehen und zu Geschichten glücklicher Familien in Deutschland werden! Davon konnte sich unsere Geschäftsführerin Christa Knorr überzeugen, als sie die Familie von Wajde besuchte. Wajde, der mit Hilfe eines überaus engagierten Unterstützerkreises seine Frau Manal und ihre beiden Kinder nach Thü-ringen holen konnte, hatte in Syrien einen eigenen Betrieb für Metallbearbeitung. Weil sein Onkel seit vielen Jahren in Thüringen lebt, gelang fast allen Familienmitgliedern mittlerweile die Flucht nach Deutschland. Als gläubige und praktizierende Christen sehen sie keine Zukunftsperspektive in Syrien. Inzwischen ist die Familie eingebunden in Aktivitäten von Kirchengemeinde, Schule und Kindergarten, sucht Kontakt zu Nachbarn und anderen Eltern – und wird auch durch den Unterstützerkreis begleitet. Besonders schön ist, dass Wajde seit April einen unbefristeten Arbeitsvertrag hat. Angeboten bekam er ihn nach einem Praktikum in einem metallverarbeitenden Betrieb – endlich kann er in seinem richtigen Beruf tätig sein.

Ehrenamt als Integrationshilfe

Bei den syrischen PartnerInnen werben wir um ehrenamtliche Mitarbeit, falls die persönliche Lebenssituation und die Sprachkenntnisse dies bereits ermöglichen. So ist aus dem Kreis der Angehörigen inzwischen Adel als Mitglied des erweiterten Vorstands zu uns gestoßen! Mit seinem Hintergrundwissen, seinen Fähigkeiten als Dolmetscher und seinen vielfältigen Kontakten ist er schon nach kurzer Zeit in die Vereinsarbeit „eingetaucht“. Als AnsprechpartnerInnen stehen wir ihm bei seinen eigenen Fragen und Hürden im deutschen Alltag zur Seite und geben ihm einen detaillierten Einblick in Abläufe und Formalia, die bürgerschaftliches Engagement in der Struktur eines gemeinnützigen Vereins in Deutschland mit sich bringt.

Kinder Kinder

Eigentlich müsste das Problem politisch gelöst werden, aber danach sieht es gerade nicht aus: Wenn Eltern auf dem Weg des regulären Familiennachzugs zu ihren minderjährigen Kindern nach Deutschland ziehen, dann erhalten deren Geschwister nicht mehr automatisch ein Visum; Härtefallanträge werden abgelehnt. Ist es zumutbar, dass Eltern sich dann zwischen den in Deutschland und den in Syrien lebenden Kindern entscheiden müssen? Wir meinen: Nein! Deswegen haben wir Ende des letzten Jahres den 15-jährigen Bruder und die volljährige Schwester von Ezz Eddin nach Thüringen geholt – und danken den vielen Spendern und Spenderinnen und besonders auch den beiden Verpflichtungsgeberinnen von ganzem Herzen. Sie haben möglich gemacht, was zunächst unmöglich schien. Jetzt leben alle wieder zusammen: Das Foto zeigt das neue, alte Familienglück.

U-Kreise

U-Kreise – Ein anderer Unterstützerkreis hat sich um Loqman herum gebildet: Der kurdische Jugendliche aus Syrien ist als 12-Jähriger auf dem Landweg nach Deutschland geflüchtet und lebte bislang in einer Jenaer Wohngruppe. Vor wenigen Monaten wurde Loqmans Eltern der Familiennachzug gewährt, seine drei minderjährigen Geschwister durften jedoch nicht mit ausreisen. Erst vor ein paar Wochen ist es unserem engagierten U-Kreis gelungen, ausreichend Spenden zu sammeln und eine Verpflichtungsgeberin zu gewinnen, damit die Eltern immerhin das kleinste, 7-jährige Kind mitnehmen konnten. Alle drei sind wohlbehalten angekommen – aber dass die beiden anderen Kinder, 9 und 12 Jahre alt, in einem Lager im Irak zurückbleiben mussten, lässt die Eltern derzeit verzweifeln. Falls der reguläre Familiennachzug nicht genehmigt wird, möchten wir die beiden Kinder mit einem erweiterten Unterstützerkreis nach Deutschland holen und Sie/Euch um Unterstützung bitten. Mittlerweile wissen wir ja aus vielfacher Erfahrung – 20 Menschen sind mittlerweile über den Verein nach Thüringen eingereist – dass es gelingen kann!

Über die Schwelle

Unserem Antrag auf finanzielle Förderung einer halben Stelle beim Ministerium für Migration, Justiz und Verbraucherschutz wurde stattgegeben: Wir haben eine Geschäftsführerin! Christa Knorr ist das neue Gesicht des Vereins, und sie hat in den letzten Wochen schon so vieles in die Hand genommen, unterstützt uns mit ihren fundierten Kenntnissen und ihrer langjährigen Erfahrung in der Vereins- und Flüchtlingsarbeit und hilft dabei, dem Verein ein solides Fundament zu verschaffen und unsere Arbeit zu professionalisieren. Wir sind voller Tatendrang!

Gute Nachrichten

Vor genau einem Jahr kam Noor aus Syrien nach Deutschland – sie war die erste, die der Verein Thüringer Flüchtlingspaten Syrien e.V. mit der Hilfe vieler Spenderinnen und Spender hierher und in Sicherheit bringen konnte. Inzwischen ist vieles passiert in Noors neuem Leben in Deutschland. Nun hat sie im Rückblick auf ihr erstes Jahr seit der Ankunft einen Erfahrungsbericht verfasst. Er bildet den Auftakt zu einer ganzen Reihe von Erfahrungsberichten, die wir in den nächsten Wochen veröffentlichen werden – in deutscher und englischer Sprache. weiter lesen…

Endlich wieder zusammen

Wir haben mal wieder wunderbare Neuigkeiten: Vor wenigen Tagen ist die 66-jährige Basima in Frankfurt gelandet, wo sie von ihrer Tochter Nour in Empfang genommen wurde. Basima ist verwitwet und hat seit der Flucht ihrer vier Kinder die letzten Jahre in Syrien alleine und in ständiger Gefahr gelebt, in der Nähe eines vom IS kontrollierten Lagers. Dank einer sehr großzügigen Einzelspende konnte der Verein Thüringer Flüchtlingspaten Syrien sie nun nach Deutschland holen und ihr zu einem Leben in Sicherheit verhelfen. Wir wünschen Basima einen guten Start in Thüringen und freuen uns mit ihr und ihrer Tochter!

Anfang August 2016 berichteten wir hier erstmals über Sherin (24), die als einzige Tochter der in Erfurt lebenden Familie Bakr in der Nähe von Aleppo zurückgeblieben war. Nun endlich können wir berichten, dass Sherin vor einer Woche ebenso erschöpft wie erleichtert in Frankfurt gelandet ist, wo sie von ihrer Familie mit großer Freude in Empfang genommen wurde. Auch wir freuen uns sehr über den guten Ausgang dieser langen Geschichte und danken all den Spenderinnen und Spendern, die Sherins Rettung aus dem Kriegsgebiet möglich gemacht haben und nun durch kleine monatliche Spenden ihren Beitrag dazu leisten, dass Sherins Lebensunterhalt erst einmal gesichert ist!

Die Familie Osman ist wieder vereint! Drei Töchter konnten nach und nach mithilfe von Unterstützerkreisen über den Verein „Thüringer Flüchtlingspaten Syrien e.V.“ nach Thüringen geholt werden. Im MDR Thüringen Journal wurde am 19.02.2017 ausführlich zum Thema „Familien-Nachzug: Hürde und Hoffnung für Flüchtlinge“ und die Familie Osman berichtet. Leider ist der Beitrag in der Mediathek nicht mehr verfügbar. Der folgende Radio-Beitrag ist nach der Ankunft der ersten Tochter in MDR-Kultur veröffentlicht worden.

 

MDR-Kultur vom 01.02.2017, 12:40 Uhr. Erfurter Initiative für Familiennachzug aus Syrien